Zombie Apokalypse!

Schon morgens nach dem Aufwachen geht bei vielen der erste Handgriff fast automatisch zum Smartphone:

Mails checken, die neuesten Nachrichten abrufen, Social Media-Kanal aktualisieren, Musik hören, Spiele spielen usw.. Doch auch wenn es Spaß macht und Kommunikation erleichtert, kann es negative Folgen haben, Tag für Tag zu viel Zeit am Handy zu verbringen.

So zeigen Studien, dass die dauerhafte Beschäftigung mit dem Smartphone zwanghaft werden und sogar Suchtcharakter bekommen kann. Das heißt andere Bedürfnisse wie Essen und Trinken, Schlafen werden vernachlässigt, die Bereitschaft sich real auf andere Menschen einzulassen nimmt ab.

Niemand bekommt mehr Aufmerksamkeit als das Handy, im schlimmsten Fall nicht mal das eigene Kind. Vor allem junge Menschen checken nicht selten weit über 100 Mal am Tag ihr Smartphone. Aber auch die Älteren starren immer häufiger auf das Display und vergessen wischend und tippend – egal wo sie sich gerade befinden – die reale Welt um sich herum.

Willkommen im mobilen Zombieland!

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Der Augenkontakt

„Mein Ort ist, wo Augen mich ansehen.
Wo sich die Augen treffen, entstehe ich.
Es gibt mich, weil Augen mich wollen,
mich ansehen und sagen, dass es mich gibt“.

Über die Augen sehen wir in die Welt und zeigen gleichzeitig unser Inneres stellte Goethe schon fest. Der Blickkontakt ist der intensivste Kontakt zwischen Menschen überhaupt. Das gilt vor allem für die Beziehung zwischen Eltern und Kind.

Der Blick auf das Handy ist meist starr die Mimik eher eingeschränkt. Die unmittelbaren, kurzfristigen Auswirkungen der intensiven Smartphone-Nutzung durch Eltern auf Kinder im Säuglingsalter sind vergleichbar mit den Folgen einer akuten depressiven Erkrankung.

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Die Plakate in Münster

Die Plakate werden im Format Din A3 und Din A2 für Einrichtungen aus Münster kostenlos abgegeben.

Bitte wenden Sie sich an
Jugendinformations- und -bildungszentrum (Jib)
Alli van Dornick Hafenstr. 34
48153 Münster
Tel. 0251 492 58 59
vandornick@stadt-muenster.de

Nach einer repräsentativen Studie aus den USA (2018) an 1786 Eltern von Kindern im Alter von 8 bis 18 Jahren verbringen diese täglich im Mittel 9 Stunden und 22 Minuten mit Medien, davon eine Stunde und 39 Minuten bei der Arbeit und 7 Stunden 43 Minuten in der Freizeit.

Ein Blick in die Zukunft?

Noch intensiviere Mediennutzung in den USA

Das Smartphone gehört mittlerweile genauso selbstverständlich zu unserem Alltag wie der Hausschlüssel oder die EC-Karte. Wir benutzen diese Hilfsmittel, ohne besonders darüber nachzu­denken.  Nur: Gerade das Handy hindert uns zunehmend daran, im Alltag persönlich miteinander zu sprechen. Das hat vor allem für jüngere Kinder schwerwiegende Folgen.

Schau mich an
und sprich mit mir!

Dieses Video ist Teil einer Vortragsreihe in Münster und fasst die wichtigsten Erkenntnisse zum Thema zusammen.

Im ersten Teil referiert Ralf Bolhaar über die Wirkung elterlichen Smartphone Gebrauchs auf Kleinstkinder und im zweiten Teil erläutern Prof. Gisela Grosse und Florian Kleinehollenhorst gemeinsam über die Entstehung der Kampagne “Mobile-Zombie”, die die beiden im Auftrag der AG Medien Münster mit neun Studierenden der FH Design Münster im Sommersemester 2020 entwickelt haben.

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Stillende Mutter mit Smartphone

Eltern-Kind-Beziehung

Was im öffentlichen Raum, beispielsweise auf vielen Spielplätzen und zu Hause alltäglich in Bezug auf Mediennutzung ist, wird erst seit wenigen Jahren wissenschaftlich untersucht.

Schon lange ist erwiesen, dass Eltern – auch wenn es Ihnen häufig nicht bewusst ist – Vorbilder für ihre Kinder sind. Das gilt auch für den Umgang mit digitalen Medien. Schauen die Eltern oft auf das Display, tun es die Kinder auch.

Die AG Medien der Stadt Münster besteht aus Sozialarbeiter*innen und -pädagog*innen, Systemischen Berater*innen, Suchtberater*innen, Psycholog*innen, Medienpädagog*innen aus unterschiedlichen Einrichtungen und entwickelte gemeinsam mit dem Fachbereich Sozialwesen und dem Fachbereich Design der Fachhochschule Münster diese Kampagne zur Smartphone-Nutzung der Eltern. Ziel ist die Sensibilisierung der Eltern und wichtigen Bezugspersonen für die grundlegenden Bedürfnisse jüngerer Kinder und die kritische Reflexion des persönlichen Smartphone- Verhaltens.